So fing alles einmal an

Mit Hunden aufgewachsen, wollte ich vor 15 Jahren gerne wieder einen Hund in der Familie haben. Eine Bekannte hatte einen Beagle, der mir sehr gut gefiel. Solch einen Hund wollte ich auch gerne, ... mit Schlappohren, treuen Augen, sehr lieb und absolut schmusig.

Meine Bekannte wusste, wo es gerade Welpen gab. Wir ließen uns nicht lange bitten und fuhren dorthin.
Ein kleiner Rüde mit aufgerissener Decke gefiel mir sofort, ihn nahm ich auch gleich mit. Ich nannte ihn Henry. Er war ein Schatz und ausgesprochen lernwillig. Die ganze Familie liebte Henry. Er lief ohne Leine, hörte, wenn man ihn rief. Mit 2 Jahren machte er seine Begleithundeprüfung.
Wir wohnen an einer Schule, weshalb viele Kinder Henry und Henry viele Kinder kannte. An einem Septembertag im Jahre 1991 öffneten Schulkinder unser Gartentor und nahmen Henry mit in den Ort. Am Bahnübergang lief er auf die Schienen und hörte leider nicht auf die Rufe der Kinder: Es kam der Schnellzug nach Winterberg, der sein - viel zu kurzes - Leben beendete. Wir begruben ihn im Garten unter einem Rhododendron. Alle waren furchtbar traurig.

Keine zwei Tage später besuchte ich eine Beagle-Züchterin aus Leverkusen. Sie hatte gerade 4 Wochen alte Welpen, die in dem Moment im Garten spielten. Auf die Frage, was ich mir denn so vorstellen würde, drehte sich einer der Welpen zu mir um. "Das ist er, der sieht genauso aus wie mein HENRY. Glücklicherweise war dieser kleine Rüde noch nicht vergeben. Einen Monat später hatten wir einen neuen Hund bei uns zu Hause.

Wir nannten ihn James, Sir James. Ich hätte ihn gerne auf Ausstellungen gezeigt, aber leider war er Einhoder und für die Zucht nicht geeignet. Doch der Gedanke, selbst zu züchten, reifte weiter in meinem Kopf. Ich las alles, was man über Hundezucht lesen konnte, fuhr mit zu Deckakten und war bei Würfen dabei.

Im April 1994 war es dann soweit, wir bekamen ELIZA, eine süße Rotmantelhündin. Sie sollte die Stammmutter unserer Zucht werden. 2 Jahre später, April 1996, hatten wir mit ihr unseren ersten Wurf. Sieben kleine Beaglechen krabbelten durch die Wurfkiste.
Im Laufe der Zeit wurde unser Stamm an Hunden größer. Mal behielt ich eine Hündin für die Zucht, mal kaufte ich mir eine dazu. Die Zucht wurde zu unserem Hobby. Obwohl mich mein Mann manchmal fragte, ob ich nicht lieber Briefmarken sammeln könnte, denn das würde nicht soviel Platz in Anspruch nehmen, mache nicht soviel Arbeit und Krach, blieben wir mit viel Liebe dabei.
Er passt immer auf die Hunde auf, gibt ihnen Futter und betreut sie anderswie, wenn ich mal wieder Wochenenden auf Ausstellungen verbringe.

Hundezucht ist unser Leben, und ohne Hunde möchte ich nicht leben, da halte ich es mit Heinz Rühmann, der einmal sagte:

"Natürlich kann man ohne Hunde leben, es lohnt sich nur nicht!"